EKD-Synode in Dresden 2025: Betroffenen bleiben Nebensache

Bereits im Jahr 2024 hatte Vertuschung beenden eine Demonstration zur EKD-Synode in Würzburg organisiert. Betroffene aus ganz Deutschland protestierten gegen den Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit sexualisierter Gewalt – und forderten ein Rederecht für Betroffene vor der Synode.1

Doch anstatt den Betroffenen Gehör zu verschaffen, richtete die EKD lediglich eine Nebenveranstaltung für sie ein. Dort sprach die anerkannte Expertin Julia von Weiler mit den Betroffenen und trug deren Anliegen anschließend vor der Synode vor – wortgetreu und unverfälscht, so wie es die Betroffenen ausdrücklich gewünscht hatten. Der Umgang der EKD mit Betroffenen während der Synode 2024 in Würzburg wurde sowohl von Julia von Weiler als auch von der Fachberatungsstelle Wildwasser e.V. scharf kritisiert.2

Das war der EKD offenbar unangenehm. Zwar versprach die damalige Präses, die Eingaben der Betroffenen an alle Ausschüsse weiterzuleiten. Was die Ausschüssen mit den Eingaben gemacht hat ist nicht bekannt. Angeblich wurden die Eingaben dann doch nur an das sogenannte Beteiligungsforum der EKD (BeFo) weitergeleitet. Was danach geschah, ist bis heute unklar. Auf wiederholte Nachfragen reagierte die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD nicht.

Der Umgang der EKD mit Betroffenen während der Synode 2024 in Würzburg wurde sowohl von Julia von Weiler als auch von der Fachberatungsstelle Wildwasser e.V. scharf kritisiert.2

Nun zeigt sich: Die EKD zieht die Beteiligung von Betroffenen weiter zurück. Im ForuM-Bulletin #10 vom 1. Oktober 2025 kündigte die EKD an, dass auch bei der diesjährigen Synode in Dresden keine Möglichkeit bestehen wird, dass Betroffene selbst vor der Synode sprechen. Selbst das Vortragen von Eingaben durch Dritte wurde abgeschafft. Betroffene können ihre Anliegen nur noch schriftlich einreichen – was mit diesen Eingaben geschieht, bleibt einmal mehr unklar. Die Eingaben die Eingaben müssen von Betroffenen bis zum 26.10.2025 an synodeneingabe@ekd.de geschickt werden. 4

Statt echter Beteiligung soll es vor Ort in Dresden lediglich einen sogenannten „Dialograum“ für Betroffene sexualisierter Gewalt geben. Wozu dieser Raum konkret dient, ist nicht bekannt. Er soll am 11. November 2025 von 14:00 bis 15:30 Uhr geöffnet sein.4 Auf Nachfrage teilte die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD mit, dass Fahrtkosten für Betroffene nicht übernommen werden.

Damit wird deutlich: Die EKD reduziert systematisch die ohnehin begrenzten Beteiligungsmöglichkeiten für Betroffene sexualisierter Gewalt – und verbannt sie zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung. Anstatt Aufarbeitung zu fördern, betreibt die Kirche Kontrolle und Abschottung.

  1. vgl. Vertuschung beenden, Demonstration bei der EKD-Synode in Würzburg am 11.11.2024, 06.11.2025 ↩︎
  2. vgl. Vertuschung beenden, Stimmen von Betroffenen auf der EKD-Synode am 11.11.2024 in Würzburg, 12.11.2024 ↩︎
  3. vgl. Vertuschung beenden, Stimmen von Betroffenen auf der EKD-Synode am 11.11.2024 in Würzburg, 12.11.2024 ↩︎
  4. vgl. EKD, ForuM-Bulletin #10, 01.10.2025 (externer Link) ↩︎
  5. vgl. EKD, ForuM-Bulletin #10, 01.10.2025 (externer Link) ↩︎

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